„Geschichten, verwurzelt in meiner Heimat und im Leben“
Ein Porträt, geschrieben von meiner Tochter Veronika
© Jonas Schuster
Alle Bücher von Stephanie Schuster sind eng mit unserer oberbayerischen Heimat verbunden und speisen sich aus wahren Geschichten, gemischt mit Fiktion. Mit meinem Vater, Thomas Schuster, dem Schreiner Notnagel, (der oft selbst einen Auftritt in den Büchern hat) denkt sie sich alle Romane aus. Nach ihrer Bestsellerreihe „Die Wunderfrauen“ und „Glückstöchter“ spielt z. B.: „Morgen sind wir wild und frei“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts im historischen München und in Oberammergau und wie immer, auch ein bisschen in Pöcking und am Starnberger See. Drei Frauen lernen sich auf einem Berg kennen und versuchen sich von da an, durch den Rückhalt der Freundschaft, ihre Träume zu erfüllen. Es sind die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, als Frauen noch fürs Wahlrecht und gesellschaftliche Mitbestimmung kämpften. Eine der ersten Architekturstudentinnen, eine junge Schneiderin und eine alleinerziehende Mutter, die Schriftstellerin werden will.
Ihre neuen Krimireihe “Happy Bavaria” spielt am Starnberger See und in unserem Heimatdorf Pöcking und handelt auch ein bisschen von unserer Familie, jedenfalls sind viele der Geschichten fast so ähnlich passiert.
Stephanie Schuster wurde in Niederpöcking geboren, der „Wildgruberklinik“, die unter anderem Namen in „Die Wunderfrauen“ vorkommt. Als Tochter des Landschaftsmalers Josef Wagner wuchs sie das erste Jahr in Possenhofen auf, wo der „Maler Sepp“ sein Atelier am Dampfersteg hatte. Eigentlich wollte auch sie Malerei zu ihrem Hauptberuf machen, doch ihr Vater riet ihr ab. Dann eben Illustration, und irgendwann selbst Bücher schreiben. Bei einem Praktikum im Pöckinger Gemeindekindergarten und den „Schusti-Schwestern“ lernte sie meinen Vater kennen. Sie wohnte inzwischen in Pöcking am Anfang der Starnberger Straße und er am Ende. So kamen sie sich beim Vorbeiradeln näher. Heute sind sie seit 36 Jahre verheiratet und inspirieren sich weiterhin, zusammen mit uns Kindern und ihren Enkelkindern, bestimmt auch noch zu vielen neuen Büchern.
© Jonas Schuster
Als Kind wurde ich bei uns zuhause nicht nur über meine Erlebnisse ausgequetscht, oft hatten meine Eltern beim Essen ziemlich gruselige Gespräche. Über Leichenfunde, Gesichtsrekonstruktion oder Vernehmungen.
Damals schrieb meine Mama, die Schriftstellerin Stephanie Schuster schon Krimis und Thriller, die sie wie all ihre Romane genau recherchiert. Einmal wollte ich auch etwas beitragen und erzählte von einer Radiomeldung: In Weilheim hätten sie eine „Fuggerbombe“ entschärft. Schließlich hieß einer ihrer Romane „Im Labyrinth der Fugger“. Das war ihr zweiter Roman, der 2011 erschien, inzwischen hat sie ihr siebzehntes Buch geschrieben.
Als ihre Tochter bin ich unendlich stolz, wie ehrgeizig meine Mama an neuen Buchprojekten arbeitet und wie detailverliebt sie jede ihrer Figuren zum Leben erweckt. Mein Leben lang begleitet mich die Kreativität meiner Eltern, wofür ich sehr dankbar bin.